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Die Wurzelkanalbehandlung

Warum wird mein Zahn krank?

In den häufigsten Fällen erkrankt ein Zahn durch Kariesbakterien, aber auch Unfälle, zahnärztliche oder kieferorthopädische Behandlungen können die Ursache sein.
Eine Entzündung bzw. Infektion im Inneren des Zahnes ist die Folge solcher Reize. Im Inneren eines Zahnes verzweigt sich ein Kanalsystem, in dem sich lebendes Gewebe (Pulpa) mit Nerven und Blutgefäßen befindet. Leider ist die Abwehrleistung dieses Gewebes sehr eingeschränkt, so dass der Körper es manchmal nicht schafft, die Reize ausreichend abzuwehren und die Erkrankung auszuheilen. 

  
Früher gab es keine Rettung für solche Zähne. Da das Kanalsystem eines Zahnes oftmals sehr grazil und mit vielen Krümmungen versehen ist, gab es keine Behandlungsmöglichkeit, so dass der Zahn entfernt werden musste.

Wie kann der Zahnarzt helfen, damit ich den Zahn behalten? 
Heute gibt es Möglichkeiten diese komplexen Kanalsysteme zu behandeln und damit Ihren Zahn auf Dauer zu erhalten. 

Wie sieht die Abfolge der Wurzelkanalbehandlung aus?

1. Kofferdam Zunächst wird der Zahn mit einem Gummituch (Kofferdam) zum Mundraum hin isoliert. Damit wird zum einen verhindert, dass Bakterien aus dem Speichel in den Zahn gelangen können, zum anderen wird sicher verhindert, dass Spülflüssigkeiten in den Rachen gelangen. 

2. Zugang Der Zahnarzt verschafft sich einen Zugang zum Kanalsystem. Dabei muss er die äußerst feinen Kanalstrukturen sehr vorsichtig darstellen, um den Zahn nicht unnötig zu schwächen.

Dafür sind Vergrößerungssysteme (wie z. B. Lupenbrille oder Mikroskop) oft unumgängliche Hilfen, um auch kleinste Details sicher zu erkennen und substanzschonend behandeln zu können.

3. Aufbereitung Im weiteren Verlauf reinigt der Zahnarzt die Kanäle mit feinen Instrumenten und desinfizierenden Spülungen. Wichtig ist vor allem, die Kanäle auf voller Länge zu reinigen. Dafür ist die Anfertigung von Röntgenbildern notwendig. Zusätzlich kann die Kanallänge auch elektrometrisch sehr genau bestimmt werden. Manchmal sind mehrere Sitzungen für medikamentöse Zwischeneinlagen notwendig, um den Zahn von Bakterien zu befreien. 


4. Füllung Nachdem die Kanäle gründlich gereinigt wurden, füllt der Zahnarzt das Kanalsystem mit Guttapercha, was ein biokompatibles Naturmaterial ist, ab.
Dadurch wird verhindert, dass Bakterien das Kanalsystem wieder besiedeln und infizieren können. Der Zugang durch die Zahnkrone wird mit einem Füllungsmaterial dicht verschlossen. 









Welche anderen Möglichkeiten habe ich, den Zahn zu erhalten? Die Wurzelkanalbehandlung stellt die letzte Möglichkeit dar, den Zahn erhalten zu können. Sie ist die einzige Alternative zur Entfernung des Zahnes. In den meisten Fällen muss ein verloren gegangener Zahn durch Zahnersatz (z. B. Brücke oder Implantat) ersetzt werden. 


Können alle Zähne mit einer Wurzelkanalbehandlung erhalten werden? Jeder medizinischen Therapie sind Grenzen gesetzt. So kann es in komplexen Fällen unmöglich sein, dass Kanalsystem sicher zu reinigen. In manchen Fällen muß ein chirugischer Eingriff unterstützend eingesetzt werden, um den Zahn sicher zu erhalten. 

Können alle Zähne mit einer Wurzelkanalbehandlung erhalten werden? Jeder medizinischen Therapie sind Grenzen gesetzt. Es kann in seltenen Fällen vorkommen, dass es so nicht möglich ist, eine Infektion zu beseitigen. Manchmal muss zusätzlich ein chirurgischer Eingriff durchgeführt werden, um den Zahn erhalten zu können. 

Wie ist die Prognose einer Wurzelkanalbehandlung? Von der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung wird die Erfolgschance einer unkomplizierten Erstbehandlung mit bis zu 95 % angegeben. Bei einer Wiederholung der Wurzelkanalbehandlung und bei komplexeren Fällen, bei denen entsprechend ungünstigere Ausgangsvoraussetzungen vorliegen, wird die Erfolgsquote immer noch mit über 80 % angegeben. Dabei ist allerdings zu beachten, dass diese hohen Erfolgszahlen nur durch den konsequenten Einsatz der neuesten Behandlungsmethoden und Behandlungstechniken erreicht werden können. 


Können Komplikationen auftreten?
Bei jeder Behandlung können Komplikationen auftreten. Der behandelnde Arzt kann Sie über Art und Umfang des Komplikationsrisikos aufklären. 

Ist eine Wurzelkanalbehandlung schmerzhaft? Mit den heutigen Anästhetika (Betäubungsmitteln) können Schmerzen sicher ausgeschaltet werden. In den meisten Fällen wird ein bestehender Schmerz erst durch eine Wurzelkanalbehandlung beseitigt. In einigen Fällen kann der Zahn nach der Behandlung für kurze Zeit sensibel sein. Dies ist meist eine Folge der vorangegangenen Infektion. 

Wer führt eine Wurzelkanalbehandlung durch?
Jeder Zahnarzt hat während seiner Ausbildung die Grundprinzipien der Wurzelkanalbehandlung gelernt und kann damit eine einfache Wurzelkanalbehandlung durchführen. Bei vielen Zähnen ist die Durchführung einer erfolgreichen Behandlung jedoch sehr schwierig. 
Eine langfristig erfolgreiche Wurzelkanalbehandlung benötigt zusätzliches Spezialinstrumentarium, Wissen und Erfahrung. Aus diesem Grunde gibt es in vielen Ländern Fachzahnärzte für Endodontologie. 

Auch in Deutschland gibt es Zahnärzte, die sich auf dem Gebiet der Wurzelkanalbehandlung sehr ausgiebig fortgebildet haben. Manche von ihnen verfügen sogar über eine zusätzliche Ausbildung mit abschließender Prüfung und Zertifizierung (Zahnärzte mit dem Tätigkeitsschwerpunkt Endodontologie). 

Was kommt nach der Behandlung? 
Viele wurzelbehandelte Zähne sind aufgrund ihres großen Defektes bruchgefährdet. Deshalb wird nach einer Wurzelkanalbehandlung der Zahn häufig mit einer Krone versorgt, um ihn zu stabilisieren. Bei ausgedehntem Substanzverlust kann es auch notwendig sein, den Zahn mit einem Wurzelstift wieder aufzubauen. 
Bei ausgedehnten Substanzverlusten, kann es auch nötig sein, den Zahn mit einem Wurzelstift zunächst wieder aufzubauen. 

Sind Röntgenaufnahmen notwendig?

Bei einer Wurzelkanalbehandlung sind vor, während und nach der Behandlung Röntgenaufnahmen notwendig, um einen sicheren und kontrollierten Behandlungsverlauf zu gewährleisten. 

I

 
Warum braucht mein Zahn eine erneute Wurzelkanalbehandlung?
 
Das Ziel einer Wurzelkanalbehandlung ist es, die Wurzelkanäle des Zahnes von Bakterien zu reinigen und durch eine dichte Wurzelfüllung deren Wiederbesiedelung zu verhindern. Wenn jedoch Bakterien im Kanalsystem verblieben sind, können sich diese wieder vermehren, wenn
  • Kanäle übersehen wurden
  • Kanäle nicht auf ausreichender Länge oder Breite bearbeitet wurden
  • aufgrund einer komplexen Kanalanatomie die Reinigungswirkung zu gering war

 
Ein weiterer Grund für eine erneute Infektion durch bakterielle Besiedelung des bereits gefüllten Kanalsystems kann auch eine Wurzelkanalfüllung sein, die dem Speichel mit seinen Bakterien ausgesetzt ist. Dies ist oft die Folge von Karies oder einer zu späten Versorgung mit einer definitiven Füllung oder Krone.

 
 
 
 
 


Wenn mein Zahn „tot“ ist, warum schmerzt er trotzdem?
 
Bei der Wurzelkanalbehandlung wird das Gefäß-Nervenbündel aus dem Inneren der Wurzel entfernt. Der Zahn ist aber in ein Zahnfach eingebettet, welches sich entzünden kann. Wenn es durch Bakterien aus dem Inneren des Zahnes zu einer akuten Entzündung des Zahnfaches kommt, dann können Schmerzen, Schwellung und Eiterbildung die Folge sein.
 
 
Wenn ich keine Schmerzen habe, ist dann mein Zahn gesund?
  
Bei chronischen Formen der Infektion geht der Verlauf häufig ohne jegliche Beschwerden einher. Nicht selten werden die Folgen der Infektion erst auf einem Röntgenbild entdeckt. Der Zahnarzt sieht dann, dass sich der Knochen um die Zahnwurzel aufgelöst hat. Dieser Abbau ist fortschreitend und kann sich in eine akute Entzündung mit Schmerzen, Schwellung und Eiterbildung umwandeln.
 
 
Wie kann der Zahnarzt helfen, damit ich meinen Zahn behalte?
  
Nur wenn es gelingt, das Wurzelsystem gründlich von den Bakterien zu reinigen, kann die Infektion beseitigt werden und der Knochen wieder ausheilen.
 
 
 Wie sieht die Abfolge der Revisionsbehandlung aus?
  
1. Kofferdam
 
Zunächst wird der Zahn mit einem Gummituch (Kofferdam) gegenüber dem Mundraum isoliert. Damit wird zum einen verhindert, dass der mit Bakterien versehene Speichel in den Zahn gelangt, und zum anderen gelangen keine fremden Stoffe in den Rachen.
 
 
 
2. Entfernung der alten Wurzelfüllung

 
Der Zahnarzt muss zunächst die bestehende Füllung aus den Kanälen entfernen. Ist der Zahn mit einem Wurzelstift versorgt, muss auch dieser herausgenommen werden.
Die Entfernung kann je nach Art der verwendeten Materialien der Wurzelfüllung und der Wurzelstifte unterschiedlich schwierig und sehr zeitaufwändig sein. 

Dafür sind Vergrößerungssysteme (z.B. Lupenbrille oder Mikroskop) eine sehr wertvolle Hilfe und manchmal sogar eine Voraussetzung, um auch kleinste Details sicher zu erkennen und substanz schonend behandeln zu können.
 
 
 

3. Wurzelkanaldesinfektion
 
 
Im weiteren Verlauf ist es wichtig, das gesamte Kanalsystem gründlich zu reinigen. Füllte die alte Wurzelfüllung das Kanalsystem nicht vollständig aus, so müssen die noch unbehandelten Anteile erschlossen werden. Ist dies gelungen, können die Wurzelkanäle mit feinen Instrumenten und desinfizierenden Spülungen gereinigt werden.
 
 
 









4. Füllung
 
 
Nachdem die Kanäle gründlich gereinigt wurden, füllt der Zahnarzt das Wurzelkanalsystem. Der Zugang durch die Zahnkrone wird zunächst provisorisch mit einem Füllmaterial dicht verschlossen.
 
 
 
 
 









Welche Alternativen gibt es?
 
 
 
Sollte eine Revision nicht durchführbar oder nicht erfolgreich gewesen sein, kann Ihr Zahnarzt mit Ihnen noch die Möglichkeiten eines endodontisch - chirurgischen Eingriffs erörtern. Die einzige noch verbleibende Alternative ist die Entfernung des Zahnes. Dieser muss in der Regel durch einen Zahnersatz (Brücke, Implantat, Prothese…) ersetzt werden. Allerdings – nichts ist so gut, wie Ihr eigener Zahn!
 
 
 
Können alle Zähne durch eine Revision erhalten werden?
  
Jeder medizinischen Therapie sind Grenzen gesetzt. So kann es in komplexen Fällen unmöglich sein, das Kanalsystem vollständig zu reinigen. Manchmal muss ein chirurgischer Eingriff unterstützend vorgenommen werden, um den Zahn zu erhalten.
 
 
 
Wie ist die Prognose einer Wurzelkanalbehandlung?
  
Gemäß internationaler Studien, wird von der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung die Erfolgschance bei einer Revision der Wurzelkanäle mit 75% - 80% angegeben. Diese Prognose ist aber auch in entscheidendem Maße davon abhängig, wie gut sich die vorherige Wurzelfüllung entfernen lässt. Hohe Erfolgszahlen können nur durch den konsequenten Einsatz moderner Behandlungsmethoden und -techniken erreicht werden.
 
 
 
Wer führt eine Revision durch?
  
Jeder Zahnarzt hat während seiner Ausbildung die Grundprinzipien der Wurzelkanalbehandlung gelernt und kann diese somit durchführen. Ein einfaches Instrumentarium dafür ist in jeder Praxis vorhanden.
  
Die Revision einer Wurzelkanalbehandlung ist jedoch sehr komplex. Oft sind Spezialinstrumente und viel Erfahrung notwendig, um einen Zahn mit hoher Wahrscheinlichkeit erhalten zu können. Aus diesem Grunde gibt es in vielen Ländern Fachzahnärzte für Endodontie. Auch in Deutschland finden Sie Zahnärzte, die sich auf dem Gebiet der Wurzelkanalbehandlung sehr intensiv fortgebildet haben. Wir arbeiten mit sehr großer Sorgfalt, immer mit 5 fach Lupenvergrößerung und haben 15 Jahre Erfahrung.
 

 
 
Was kommt nach der Wurzelkanalbehandlung?
 
 
 
 
Viele wurzelbehandelte Zähne sind aufgrund ihres großen Defektes bruchgefährdet. Deshalb wird der Zahn nach einer Wurzelbehandlung häufig mit einer Krone versorgt, um ihn zu stabilisieren. In einigen Fällen kann es auch notwendig sein, für die Revision neue Versorgungen (Füllungen oder Kronen) zu durchbohren oder zu entfernen.
 
 
Diese müsse dann repariert oder ersetzt werden. Bei ausgedehnterem Substanzverlust kann es auch notwendig sein, den Zahn mit einem Wurzelstift wieder aufzubauen.
 
 
 

Chirugische Wurzelkanalbehandlung

Warum braucht mein Zahn eine chirurgische Wurzelkanalbehandlung?
Die Wurzelkanalbehandlung dient der Zahnerhaltung. Grundlage für den Erfolg der Behandlung ist eine sorgfältige Reinigung des äußerst feinen Wurzelkanalsystems. Selbst bei Verwendung optischer Vergrößerung und graziler Instrumente lassen sich in einigen Fällen z. B. alte Wurzelfüllmaterialien oder Wurzelstifte nicht aus dem Kanal entfernen. Es können auch, trotz aller Sorgfalt und modernster Behandlungstechnik, Bakterien zurückbleiben, die Probleme verursachen. Auch nach einer bereits durchgeführten nichtchirurgischen Wurzelkanalbehandlung kann daher ein unterstützender chirurgischer Eingriff notwendig sein, wenn die Heilung ausbleibt. In solchen Fällen bildet sich in der Regel Entzündungsgewebe an der Wurzelspitze oder es treten Beschwerden auf. Erscheint die Möglichkeit einer Wiederholung der Wurzelkanalbehandlung nicht erfolgversprechend, bleibt in den meisten Fällen die chirurgische Wurzelkanalbehandlung in Form der Wurzelspitzenresektion (WSR) als einziger Ausweg zur Zahnerhaltung.

 
Wenn mein Zahn “tot” ist, warum schmerzt er trotzdem?
Bei der Wurzelkanalbehandlung wird nur das innere Gefäß-Nervenbündel entfernt. Der Zahn ist aber in ein Zahnfach eingebettet, das mit Nerven und Blutgefäßen versorgt wird und sich auch entzünden kann. Wenn es zu einer akuten Entzündung des Zahnes kommt, dann können Schmerzen, Schwellung und Eiterbildung in der Umgebung des Zahnes die Folgen sein.
 
 
Wenn ich keine Schmerzen habe, ist mein Zahn dann in Ordnung?
Chronische Formen der Entzündung verlaufen oft ohne jegliche Schmerzen. Häufig wird die Entzündung nur auf einem Röntgenbild entdeckt. Man sieht dann, dass sich der Knochen um die Zahnwurzel aufgelöst hat. Dieser Abbau des Knochens am Zahnfach ist fortschreitend und kann auch jederzeit in eine akute Form mit Schmerzen, Schwellung und Eiterbildung übergehen.
 
 
Wie sieht die Abfolge einer Wurzelspitzenresektion (WSR) aus?
Grundsätzlich ist zu sagen, dass häufig im Zusammenhang mit einer WSR die zuvor durchgeführte Wurzelkanalfüllung erneuert werden muss. Das heißt, der Wurzelkanal wird erneut gereinigt, desinfiziert und gefüllt (Revision).
 
Der chirurgische Eingriff findet in folgenden Schritten statt:
 
1. Freilegung der Wurzelspitze
Im ersten Schritt wird nach einer Anästhesie die Mundschleimhaut über der Wurzelspitze gelöst und angehoben, um den Knochen über der Wurzelspitze freizulegen. Nun kann im zweiten Schritt das Entzündungsgewebe entfernt und der Bereich um die Wurzelspitze gesäubert werden.







 
2. Reinigung des Wurzelkanals
Mit grazilen Ultraschallspitzen wird der Wurzelkanal von der Wurzelspitze her aufbereitet und gereinigt. Für eine schonende und sichere Durchführung, besonders im Sinne einer Reinigung und Füllung der Wurzelkanäle von der Wurzelspitze aus, sind grazile Spezialinstrumente wie z.B. feine Ultraschallspitzen, feinste Füllspatel und Stopfer notwendig.








 
3. Wurzelkanalfüllung und Wundverschluss
Danach wird der Wurzelkanal auch von der Wurzelspitze aus wieder gefüllt und das Wundgebiet vernäht. Das Ergebnis wird mit einem Röntgenbild überprüft.











 
4. Heilung und Nachkontrolle
Bei erfolgreicher Behandlung heilt der Knochendefekt nach einem Zeitraum von mehreren Monaten. Das Heilungsergebnis wird mit Röntgenbildern in regelmäßigen Abständen kontrolliert. 








 
 
Welche Alternativen der Zahnbehandlung habe ich?
Wurzelkanalbehandlungen stellen oft die letzte Möglichkeit dar, einen Zahn zu erhalten. Im Falle eines Misserfolges sind Revisionen oder chirurgische Eingriffe die einzigen noch verbleibenden Alternativen außer der Extraktion (Entfernung). Der extrahierte Zahn muss in der Regel durch Zahnersatz (Brücke, Implantat, Prothese…) ersetzt werden.
Allerdings – nichts ist so gut, wie Ihr eigener Zahn!
 
Ist die Wurzelspitzenresektion eine Alternative zur nichtchirurgischen Wurzelkanalbehandlung?
Für den Erfolg einer Wurzelkanalbehandlung sind die Reinigung und Füllung des gesamten Kanalsystems notwendig. Dies kann eine Wurzelspitzenresektion nicht leisten, da bei dieser Therapie nur im Bereich der Wurzelspitze behandelt wird. Eine Wurzelspitzenresektion kann niemals eine gründliche Reinigung und exakte Füllung der kompletten Wurzelkanäle ersetzen. So ist in der Regel eine möglichst ordnungsgemäße nichtchirurgische Wurzelkanalbehandlung die Voraussetzung für einen erfolgversprechenden chirurgischen Eingriff.
 
Welche Komplikationen können auftreten?
Bei jedem chirurgischen Eingriff sind Komplikationen möglich. Einige Komplikationen lassen sich durch das Verhalten nach dem Eingriff minimieren (z.B. gut kühlen, kein Sport, nicht Rauchen,…). Je nach Zahngebiet können auch anatomische Strukturen (z. B. Nerven, Kieferhöhle) eine enge Lagebeziehung zur Wurzelspitze haben. Für die Darstellung ist ggf. ein zusätzliches Röntgenbild notwendig. Ihr Zahnarzt wird Sie nach gründlicher Untersuchung über die möglichen Komplikationen und Risiken aufklären. Nach dem Eingriff erhalten Sie dann genaue Anweisungen, wie Sie sich verhalten sollten, um den Heilungsverlauf so optimal wie möglich zu gestalten.
 
Wie ist die Prognose einer chirurgischen Wurzelkanalbehandlung?
In der Literatur wird die Erfolgschance einer Wurzelspitzenresektion mit über 80% angegeben. Die Prognose ist aber auch in entscheidendem Maße von der Qualität der vorherigen nichtchirurgischen Wurzelkanalaufbereitung und Wurzelkanalfüllung abhängig.
 
Wer führt eine Wurzelspitzenresektion durch?
Die Wurzelspitzenresektion betrifft sowohl den zahnärztlichen Bereich der Endodontie (=Wurzelkanalbehandlung), als auch den der zahnmedizinischen Chirurgie oder Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie. Für eine erfolgreiche Durchführung der Wurzelspitzenresektion ist das Wissen beider Fachdisziplinen Endodontie und Chirurgie sinnvoll. In vielen Ländern gibt es Fachzahnärzte für Endodontie. Auch in Deutschland gibt es Zahnärzte, die sich auf dem Gebiet der Wurzelkanalbehandlung sehr ausgiebig fortgebildet haben, oder sogar über Ausbildungen mit abschließender Prüfung und Zertifizierung verfügen (Zahnärzte mit dem Tätigkeitsschwerpunkt Endodontologie). Dieser Schwerpunkt schließt auch eine Ausbildung in chirurgischer Wurzelkanalbehandlung mit ein. Auf endodontische Behandlungen spezialisierte Zahnärzte oder Chirurgen verfügen nicht nur über das notwendige Wissen und Können, sondern auch über spezielle Instrumente und Materialien, welche die Präzision und Therapiemöglichkeiten maßgeblich steigern. Hierzu gehören im Besonderen Vergrößerungssysteme, wie Operationsmikroskope oder spezielle Lupenbrillen. 
 
Gerne stehen wir Ihnen für weitere Informationen zur Verfügung!
Eine Information des VDZE, Verband Deutscher Zertifizierter Endodontologen e.V. und der DGZ, Deutsche Gesellschaft für Zahnerhaltung.

 
 
 

Die Wurzelkanalbehandlung

Warum wird mein Zahn krank? In den häufigsten Fällen erkrankt ein Zahn durch Kariesbakterien, aber auch Unfälle, zahnärztliche oder kieferorthopädische Behandlungen können die Ursache sein.
Eine Entzündung bzw. Infektion im Inneren des Zahnes ist die Folge solcher Reize. 

 

 
 
 
 
 
 

Im Inneren eines Zahnes verzweigt sich ein Kanalsystem, in dem sich lebendes Gewebe (Pulpa) mit Nerven und Blutgefäßen befindet. Leider ist die Abwehrleistung dieses Gewebes sehr eingeschränkt, so dass der Körper es manchmal nicht schafft, die Reize ausreichend abzuwehren und die Erkrankung auszuheilen. 

Früher gab es keine Rettung für solche Zähne. Da das Kanalsystem eines Zahnes oftmals sehr grazil und mit vielen Krümmungen versehen ist, gab es keine Behandlungsmöglichkeit, so dass der Zahn entfernt werden musste.

Wie kann der Zahnarzt helfen, damit ich den Zahn behalten? 
Heute gibt es Möglichkeiten diese komplexen Kanalsysteme zu behandeln und damit Ihren Zahn auf Dauer zu erhalten. 

Wie sieht die Abfolge der Wurzelkanalbehandlung aus?

1. Kofferdam Zunächst wird der Zahn mit einem Gummituch (Kofferdam) zum Mundraum hin isoliert. Damit wird zum einen verhindert, dass Bakterien aus dem Speichel in den Zahn gelangen können, zum anderen wird sicher verhindert, dass Spülflüssigkeiten in den Rachen gelangen. 

2. Zugang Der Zahnarzt verschafft sich einen Zugang zum Kanalsystem. Dabei muss er die äußerst feinen Kanalstrukturen sehr vorsichtig darstellen, um den Zahn nicht unnötig zu schwächen.

Dafür sind Vergrößerungssysteme (wie z. B. Lupenbrille oder Mikroskop) oft unumgängliche Hilfen, um auch kleinste Details sicher zu erkennen und substanzschonend behandeln zu können.

3. Aufbereitung Im weiteren Verlauf reinigt der Zahnarzt die Kanäle mit feinen Instrumenten und desinfizierenden Spülungen. Wichtig ist vor allem, die Kanäle auf voller Länge zu reinigen. Dafür ist die Anfertigung von Röntgenbildern notwendig. Zusätzlich kann die Kanallänge auch elektrometrisch sehr genau bestimmt werden. Manchmal sind mehrere Sitzungen für medikamentöse Zwischeneinlagen notwendig, um den Zahn von Bakterien zu befreien. 


4. Füllung Nachdem die Kanäle gründlich gereinigt wurden, füllt der Zahnarzt das Kanalsystem mit Guttapercha, was ein biokompatibles Naturmaterial ist, ab.
Dadurch wird verhindert, dass Bakterien das Kanalsystem wieder besiedeln und infizieren können. Der Zugang durch die Zahnkrone wird mit einem Füllungsmaterial dicht verschlossen. 









Welche anderen Möglichkeiten habe ich, den Zahn zu erhalten? Die Wurzelkanalbehandlung stellt die letzte Möglichkeit dar, den Zahn erhalten zu können. Sie ist die einzige Alternative zur Entfernung des Zahnes. In den meisten Fällen muss ein verloren gegangener Zahn durch Zahnersatz (z. B. Brücke oder Implantat) ersetzt werden. 


Können alle Zähne mit einer Wurzelkanalbehandlung erhalten werden? Jeder medizinischen Therapie sind Grenzen gesetzt. So kann es in komplexen Fällen unmöglich sein, dass Kanalsystem sicher zu reinigen. In manchen Fällen muß ein chirugischer Eingriff unterstützend eingesetzt werden, um den Zahn sicher zu erhalten. 

Können alle Zähne mit einer Wurzelkanalbehandlung erhalten werden? Jeder medizinischen Therapie sind Grenzen gesetzt. Es kann in seltenen Fällen vorkommen, dass es so nicht möglich ist, eine Infektion zu beseitigen. Manchmal muss zusätzlich ein chirurgischer Eingriff durchgeführt werden, um den Zahn erhalten zu können. 

Wie ist die Prognose einer Wurzelkanalbehandlung? Von der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung wird die Erfolgschance einer unkomplizierten Erstbehandlung mit bis zu 95 % angegeben. Bei einer Wiederholung der Wurzelkanalbehandlung und bei komplexeren Fällen, bei denen entsprechend ungünstigere Ausgangsvoraussetzungen vorliegen, wird die Erfolgsquote immer noch mit über 80 % angegeben. Dabei ist allerdings zu beachten, dass diese hohen Erfolgszahlen nur durch den konsequenten Einsatz der neuesten Behandlungsmethoden und Behandlungstechniken erreicht werden können. 


Können Komplikationen auftreten?
Bei jeder Behandlung können Komplikationen auftreten. Der behandelnde Arzt kann Sie über Art und Umfang des Komplikationsrisikos aufklären. 

Ist eine Wurzelkanalbehandlung schmerzhaft? Mit den heutigen Anästhetika (Betäubungsmitteln) können Schmerzen sicher ausgeschaltet werden. In den meisten Fällen wird ein bestehender Schmerz erst durch eine Wurzelkanalbehandlung beseitigt. In einigen Fällen kann der Zahn nach der Behandlung für kurze Zeit sensibel sein. Dies ist meist eine Folge der vorangegangenen Infektion. 

Wer führt eine Wurzelkanalbehandlung durch?
Jeder Zahnarzt hat während seiner Ausbildung die Grundprinzipien der Wurzelkanalbehandlung gelernt und kann damit eine einfache Wurzelkanalbehandlung durchführen. Bei vielen Zähnen ist die Durchführung einer erfolgreichen Behandlung jedoch sehr schwierig. 
Eine langfristig erfolgreiche Wurzelkanalbehandlung benötigt zusätzliches Spezialinstrumentarium, Wissen und Erfahrung. Aus diesem Grunde gibt es in vielen Ländern Fachzahnärzte für Endodontologie. 

Auch in Deutschland gibt es Zahnärzte, die sich auf dem Gebiet der Wurzelkanalbehandlung sehr ausgiebig fortgebildet haben. Manche von ihnen verfügen sogar über eine zusätzliche Ausbildung mit abschließender Prüfung und Zertifizierung (Zahnärzte mit dem Tätigkeitsschwerpunkt Endodontologie). 

Was kommt nach der Behandlung? 
Viele wurzelbehandelte Zähne sind aufgrund ihres großen Defektes bruchgefährdet. Deshalb wird nach einer Wurzelkanalbehandlung der Zahn häufig mit einer Krone versorgt, um ihn zu stabilisieren. Bei ausgedehntem Substanzverlust kann es auch notwendig sein, den Zahn mit einem Wurzelstift wieder aufzubauen. 
Bei ausgedehnten Substanzverlusten, kann es auch nötig sein, den Zahn mit einem Wurzelstift zunächst wieder aufzubauen. 

Sind Röntgenaufnahmen notwendig?

Bei einer Wurzelkanalbehandlung sind vor, während und nach der Behandlung Röntgenaufnahmen notwendig, um einen sicheren und kontrollierten Behandlungsverlauf zu gewährleisten. 

Ihr Wegweiser durch die Revision einer Wurzelkanalbehandlung

 
Warum braucht mein Zahn eine erneute Wurzelkanalbehandlung?
 
 
 
Das Ziel einer Wurzelkanalbehandlung ist es, die Wurzelkanäle des Zahnes von Bakterien zu reinigen und durch eine dichte Wurzelfüllung deren Wiederbesiedelung zu verhindern. Wenn jedoch Bakterien im Kanalsystem verblieben sind, können sich diese wieder vermehren, wenn
  • Kanäle übersehen wurden
  • Kanäle nicht auf ausreichender Länge oder Breite bearbeitet wurden
  • aufgrund einer komplexen Kanalanatomie die Reinigungswirkung zu gering war

 
Ein weiterer Grund für eine erneute Infektion durch bakterielle Besiedelung des bereits gefüllten Kanalsystems kann auch eine Wurzelkanalfüllung sein, die dem Speichel mit seinen Bakterien ausgesetzt ist. Dies ist oft die Folge von Karies oder einer zu späten Versorgung mit einer definitiven Füllung oder Krone.

 
 
 
 
 





Wenn mein Zahn „tot“ ist, warum schmerzt er trotzdem?
 
Bei der Wurzelkanalbehandlung wird das Gefäß-Nervenbündel aus dem Inneren der Wurzel entfernt. Der Zahn ist aber in ein Zahnfach eingebettet, welches sich entzünden kann. Wenn es durch Bakterien aus dem Inneren des Zahnes zu einer akuten Entzündung des Zahnfaches kommt, dann können Schmerzen, Schwellung und Eiterbildung die Folge sein.
 

Wenn ich keine Schmerzen habe, ist dann mein Zahn gesund?
 
Bei chronischen Formen der Infektion geht der Verlauf häufig ohne jegliche Beschwerden einher. Nicht selten werden die Folgen der Infektion erst auf einem Röntgenbild entdeckt. Der Zahnarzt sieht dann, dass sich der Knochen um die Zahnwurzel aufgelöst hat. Dieser Abbau ist fortschreitend und kann sich in eine akute Entzündung mit Schmerzen, Schwellung und Eiterbildung umwandeln.
 
 
Wie kann der Zahnarzt helfen, damit ich meinen zahn behalte?
 
Nur wenn es gelingt, das Wurzelsystem gründlich von den Bakterien zu reinigen, kann die Infektion beseitigt werden und der Knochen wieder ausheilen.
 
 
Wie sieht die Abfolge der Revisionsbehandlung aus?
 
1. Kofferdam
 
Zunächst wird der Zahn mit einem Gummituch (Kofferdam) gegenüber dem Mundraum isoliert. Damit wird zum einen verhindert, dass der mit Bakterien versehene Speichel in den Zahn gelangt, und zum anderen gelangen keine fremden Stoffe in den Rachen.
 
 
 
2. Entfernung der alten Wurzelfüllung

 
Der Zahnarzt muss zunächst die bestehende Füllung aus den Kanälen entfernen. Ist der Zahn mit einem Wurzelstift versorgt, muss auch dieser herausgenommen werden.
Die Entfernung kann je nach Art der verwendeten Materialien der Wurzelfüllung und der Wurzelstifte unterschiedlich schwierig und sehr zeitaufwändig sein. 

Dafür sind Vergrößerungssysteme (z.B. Lupenbrille oder Mikroskop) eine sehr wertvolle Hilfe und manchmal sogar eine Voraussetzung, um auch kleinste Details sicher zu erkennen und substanz schonend behandeln zu können.
 
 
 

3. Wurzelkanaldesinfektion
 

Im weiteren Verlauf ist es wichtig, das gesamte Kanalsystem gründlich zu reinigen. Füllte die alte Wurzelfüllung das Kanalsystem nicht vollständig aus, so müssen die noch unbehandelten Anteile erschlossen werden. Ist dies gelungen, können die Wurzelkanäle mit feinen Instrumenten und desinfizierenden Spülungen gereinigt werden.
 
 
 









4. Füllung
 

Nachdem die Kanäle gründlich gereinigt wurden, füllt der Zahnarzt das Wurzelkanalsystem. Der Zugang durch die Zahnkrone wird zunächst provisorisch mit einem Füllmaterial dicht verschlossen.